Den Alltag gestalten

Da durch die Demenzerkrankung eine Anpassung an die Umwelt kaum noch möglich ist, muss die Umwelt an den Demenzerkrankten angepasst werden, so auch der Tagesablauf und die barrierefreie Gestaltung der Wohnräume (Sturzgefahr).

Demenzerkrankte sind mit zunehmendem Krankheitsverlauf nur noch eingeschränkt oder nicht mehr in der Lage ihren Alltag alleine zu meistern. Die Aktivierung spielt jedoch gerade hier eine bedeutende Rolle und wird oft unterschätzt. Für Gesunde sind viele Aufgaben und Aktivitäten Routine und laufen oft nebenher mit, ohne großartig Beachtung zu finden – es ist selbstverständlich. Demenzerkrankte dagegen verlieren nach und nach die Fähigkeit, sich selbst zu beschäftigen, bzw. ihren Alltag zu strukturieren. Erlaubt ist alles, was Freude macht!  

Hier möchten wir Ihnen eine kleine Hilfestellung geben, wie Sie Ihren Angehörigen anhand seiner Biografie sinnvoll und ohne großen Aufwand in den Alltag einbeziehen und ihm das Gefühl geben, nützlich zu sein und noch etwas leisten zu können:

  • Vermitteln Sie Sicherheit im Tagesablauf mit wiederkehrenden Aufgaben
  • Begrüßung mit Namen der Person, Tageszeit und evtl. Wetterlage,
  • Zur zeitlichen Orientierung eignen sich Tageskalender zum Abreißen und Uhren mit 12 großen Ziffern, evtl. Jahreszeitenuhr erstellen,
  • Symbole (wie z.B. im ländlichen Bereich ein Herz auf der Toilettentür) können die Orientierung erleichtern,
  • evtl. farbliche Kennzeichnung der Wohnräume, Mustertapeten vermeiden),
  • Die Jahreszeit kann anhand von Dekorationsmaterial dargestellt werden (Tulpen = Frühling, Sonnenblumen = Sommer, Astern = Herbst, Tannenzweige = Winter),
  • Beziehen Sie Ihren Angehörigen in Handlungsabläufe mit ein (Tisch decken und abräumen, für Getränke sorgen, Geschirr spülen oder abtrocknen, Müll entsorgen, Wäsche legen, etc.),
  • Zur Gedächtnisstütze können Post-ist helfen (Beschriften von Haushaltsgeräten oder Personen auf Fotos, Zimmer- und Schranktüren),
  • Versuchen Sie, an frühere Hobbies anzuknüpfen, achten Sie auf Überforderung. Sofern kein Erinnerungsvermögen an frühere Beschäftigungen mehr vorhanden sind, probieren Sie aus, was Freude macht (Volkslieder singen, Sprichwörter ergänzen, Gesellschaftsspiele, malen – auch mit den Fingern,
  • Achten Sie darauf, dass der Mittagsschlaf nicht ausgedehnt wird (Einschlaf- oder Durchschlafschwierigkeiten in der Nacht)

Tipps für den Umgang mit Demenzerkrankten

Demenzerkrankte sind oft nicht mehr in der Lage, komplexe Handlungsabläufe nachzuvollziehen und auszuführen. Hier einige Tipps für die Umsetzung einer geplanten Maßnahme:

  • Geben Sie kleine Anweisungen und Erklärungen mit wenigen Worten.
  • Vermeiden Sie Überforderung (die Konzentrationsdauer liegt bei ca. 15 – 20 Minuten).
  • Sorgen Sie für eine entspannte Atmosphäre.
  • Vermeiden Sie Ablenkungen (mehrere Personen während der Aufgabenstellung im Raum, Radio, Mobiltelefone, TV).
  • Geben Sie Ihrem Angehörigen genügend Zeit, die Aufgabe auszuführen – auch wenn es etwas länger dauert und nicht perfekt erledigt wurde.
  • Wenn Sie merken, dass Ihr Angehöriger gestresst ist, gewähren Sie Pausen.
  • Motivieren Sie ihn und sprechen Sie Lob aus.
  • Sorgen Sie für ausreichend Bewegung am Tag (Spaziergänge, Stuhlgymnastik, Gartenarbeiten, evtl. Kirchgang am Sonntag).