Aggression der Klienten

Aggressionen können sich verbal (Beleidigungen) oder durch körperliche Angriffe (kratzen, beißen) ausdrücken.

 Ursachen:

  • Unterforderung: die Betroffene hat zu wenig Aufgaben und Beschäftigung,
  • Überforderung: zum Beispiel durch eine zu laute und hektische Umgebung, durch das Zusammensein mit zu vielen Personen, ständige Berieselung (Musik, TV),
  • Hunger, Durst, Schmerzen oder Harndrang,
  • Reaktion auf Verhaltensweisen anwesender Personen, wie Befehle, Verbote,
  • „Schrei“ nach Aufmerksamkeit,
  • aus Scham (Körperhygiene, Toilettengang),
  • Nebenwirkung von Medikamenten.

Wie verhalten Sie sich?

Versuchen Sie, die Ursachen der Aggression auszuschalten, argumetieren hat keinen Zweck! Wichtig ist hier, professionelle Distanz zu wahren; Ruhe und Geduld sind erforderlich.

Unruhe kann als Problem empfunden werden

Demenzkranke sind oft unruhig und laufen immer wieder die gleiche Strecke auf und ab. Daran sollte man sie nicht hindern. Versuchen Sie herauszufinden, was dieses Verhalten verursacht. Vielleicht leidet Ihr Angehöriger unter Schmerzen oder ihn beschäftigt gerade etwas. Demenzkranke leben in einer anderen Welt. So kann es sein, dass eine 85jährige das Gefühl hat, schnell nach Hause zu müssen, weil die Mutter mit dem Essen wartet. Die Antwort, dass die Mutter doch schon lange tot ist und dass Sie auch gerade gegessen haben, hilft in einer solchen Situation nicht weiter. Günstiger ist es, dann ein Gespräch darüber anzufangen ("Was macht deine Mutter denn, wenn du zu spät kommst?" oder "deine Mutter kocht wohl sehr gut?").

Maßnahmen, Unruhe zu begegnen

Unruhe kann auch Ausdruck von Ängstlichkeit oder Unbehagen sein, denen Sie mit folgenden Maßnahmen begegnen können: 

  • Gestalten Sie die Umgebung ruhig,
  • Bleiben Sie ruhig und sprechen Sie sanft,
  • Beruhigen Sie Ihren Angehörigen, halten Sie Körperkontakt und reagieren Sie auf die Gefühle, die er ausdrückt,
  • Schaffen Sie eine entspannte Atmosphäre,
  • Gut beleuchtete Ecken verhindern Angst erzeugende Schatten,
  • Schaffen Sie Zeiten der Ruhe und Entspannung,
  • Demenzkranke mögen meistens Körperkontakt. Eine Massage der Hände mit einem wohlriechenden Lieblingsöl beruhigt.

Weitere, oft zu beobachtende Problematiken

Und wie sich diesen begegnen läßt

 

 

Hinlauftendenz

Als Hinlauftendenz bezeichnet man den Drang, etwas zu erledigen. Die Hinlauftendenz wurde früher als Weglauftendenz bezeichnet, weil Demenzkranke weglaufen. Mittlerweile weiß man, dass die Patienten nicht einfach nur "ausbüxen wollen", sondern sich gezielt auf den Weg machen; sie folgen einem inneren Drang - etwas ganz bestimmtes erledigen zu müssen. Dies stellt eine Selbst- und Fremdgefährdung dar, welche schwerwiegende Folgen haben kann. Aufgrund der zeitlichen und örtlichen Orientierungslosigkeit irren Demenzkranke oft bis zur Erschöpfung umher.Gerade in der kalten Jahreszeit kommt es dadurch immer wieder zu Todesfällen.

Wenn Ihnen ein solches Verhalten Ihres Angehörigen auffällt, trffen Sie schnellst möglich Vorkehrungen. Geben Sie Ihrem Angehörigen eine feste Tagesstruktur und entsprechende Aufgaben. Binden Sie ihn in den Alltag ein. Sofern Sie die Aufsicht nicht selbst gewährleisten können, sollten Sie professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Pricura kann Sie entsprechend der Problematik beraten und Ihren Angehörigen unterstützen.

Überschießender Bewegungsdrang

Überschießende Bewegungen machen sich z. B. durch ständiges Nesteln bemerkbar. Der Betroffene kann nicht ruhig sitzen bleiben und ist fast immer in motorischer Aktion – läuft bis zur Erschöpfung.

 Maßnahmen:

  • Medizinische Ursachen ausschließen bzw. behandeln (Schmerzen, Schilddrüsenüberfunktion, Harn- oder Stuhldrang, etc.),
  • Bieten Sie Aktivitäten an wie z. B. Spazierengehen, Hausarbeiten, etc.,
  • Da mangelnde Sinnesreize Ursache der motorischen Unruhe sein können, Material zur Beschäftigung und zur Sinnesstimulation anbieten (Stoffe zum Anfassen, Knöpfe, Kochlöffel…),
  • Einbinden in einfache Haushaltstätigkeiten wie Tisch abräumen, Wäsche falten usw.
  • Zuwendung (oder Entlastung durch ehrenamtliche Helfer).

Tag-/Nachtumkehr

Beim Demenzerkrankten verschieben sich die Aufsteh- und Einschlafzeiten. Sie sind tagsüber schläfrig, möchten sich ins Bett legen, nachts dagegen sind sie aktiv und können nicht schlafen.

Was können Sie tun?

  • Ausreichende Beschäftigung am Tage,
  • Abendrituale erleichtert das Einschlafen (langsames Ausklingen des Tages, angenehmes Licht),
  • Aromatherapie, Entspannungsmassage, beruhigendes Fußbad,
  • Maßnahmen vermitteln durch Körperkontakt positive Zuwendung.